"Everlasting- Der Mann, der aus der Zeit fiel" von Holly-Jane Rahlens

Autor: Holly-Jane Rahlens
Seitenanzahl: 432
Preis: 14,95€
Verlag: Wunderlich
Kaufen? : Everlasting- Der Mann, der aus der Zeit fiel

 
Finn lebt im Jahre 2264. Einiges hat sich verändert, viele Sprachen sind ausgestorben. Darunter auch Deutsch. Finn arbeitet seit einigen Jahren als Historiker und übersetzt alte deutsche Texte ins Englische. Als er den Auftrag bekommt, die Tagebücher eines jungen Mädchens, dass vor 250 Jahren in Berlin des 21. Jahrhunderts lebte, zu übersetzen, ist er hin und weg von der Tagebuchschreiberin, deren Wachstum ist er sozusagen mitmacht. Als er ein Virtual-Reality-Spiel testen soll, das zu dieser Zeit spielt, ist er zunächst misstrauisch, willigt schließlich aber ein. Nur seltsam, dass dieses Spiel ein wenig ZU real für ihn wirkt. Bald schon findet er heraus, was sich hinter dem Ganzen verbirgt ...

Er hatte schon angefangen, Selbstgespräche zu führen. Manchmal, wenn er am Strand spazieren ging, sagte er zu den Sandkrebsen: "Sie liebt mich, wisst ihr?", und dann huschten sie davon, um die Neuigkeit weiterzuerzählen. Wenn er schwimmen ging und zufällig an einer Qualle vorbeikam, rief er ihr zu: "He, schon gehört? Sie liebt mich!" Und die Qualle winkte lässig mit den Tentakeln: "Herzlichen Glückwunsch!" Nachts flüsterte er den Sternen zu: "Sie liebt mich. Von Herzen" Und die Sterne zwinkerten zurück.
  Aber irgendwie reichte das nicht.

 Bei diesem Buch ist meine Meinung gespalten. Zunächst einmal war da dieser furchtbare Anfang, in den ich einfach nicht reinkommen wollte und all diese ... Begriffe, bei denen ich nicht wusste, was sie denn genau bedeuteten. Finn wirkte auf mich, wie ein ganz normaler Mann, der bloß seine Familie verloren hatte und nicht genau wusste, was er wollte. Und ich hatte das Gefühl, das würde immer so weitergehen. Seltsame Wörter und Gegenstände, von denen ich keine Ahnung hatte, was sie waren. Genauso war es mir schleierhaft, was denn dieser BB (Brain Button) denn genau sein sollte.
  Alles erschien ein wenig wirr, bis Finn schließlich dieses Virtual-Reality-Spiel testen sollte. Plötzlich machte es mir mehr Spaß, dieses Buch zu lesen, da mir die Zeit, in der er sich da befand, bekannt war und ich nun sogar mehr darüber wusste, als Finn und sich der Spieß umgedreht hatte.

Alles erschien mir ein wenig platt und zu gut geregelt in Finns Zeit, als dass ich sie hätte mögen können. Die Charaktere wirkten fast schon richtig gefühlskalt und ziemlich flink auf mich, was die Lesefreude nicht unbedingt förderte. Das Personalpronomen der ersten Person war abgeschafft worden und Leute sprachen dadurch relativ seltsam. Ein Beispiel: "Dieser Reisende hätte gerne eine Berlinkarte", sagte Finn. Er sprach klar und deutlich. Er war zufrieden mit seiner Leistung. Die Frau starrte Finn an [...]. "Welcher Reisende?", fragte sie dann. "Dieser Reisende." An der Stelle im Buch, befand Finn sich im 21. Jahrhundert und hatte ganz vergessen, dass die Leute dort ganz einfach <ich> sagten. Um das erste Personalpronomen zu vermeiden, verwenden sie "Diese/r xyz"(Mann, Frau oder auch, was sie von Beruf waren, was sie im Moment waren), benutzen oft <wir> oder versuchten den Satz zu umschreiben.

Mir fehlte praktisch dauerhaft die Spannung und ich hatte das Gefühl, mir könnten jeden Moment die Augen zufallen. Es schien alles in einem Fluss niedergeschrieben zu sein und nicht besonders tiefgehend. Ich hatte am Ende ungefähr so viel übrig für Finn, wie für meine Zahnbürste. Als ich ca. die Hälfte des Buches durchhatte, war ich mir sicher, jetzt würde es einen schönen, spannenden Wendepunkt geben, aber da täuschte ich mich wohl.
  Die Idee der Autorin ist war zwar gut, aber nicht neu. Genau genommen verrät der Titel des Buches schon genau, was darin geschieht, was mir zusätzlich noch mehr Spannung nahm.

Durch die letztens Seiten musste ich mir förmlich durchquälen. Am liebsten hätte ich das Buch einfach zugeschlagen und beiseite gelegt. Dieses Ende war so furchtbar durchschaubar und ich wusste praktisch schon 100 Seiten vorher, was Finn tun würde.
  Überzeugen konnte mich dieses Buch sicherlich nicht. Jedoch kann ich hier auch nicht nur meckern. Besonders gut gefielen mir Elianas Tagebucheinträge, bei denen man selbst miterlebte, wie sie immer älter wurde, von einem unerfahrenen Mädchen zu einer jungen Frau und es war eine nette Abwechslung für mich, mich wieder in ihre Tagebucheinträge zu vertiefen. Auch witzig fand ich es, dass Finn viele Dinge aus ihrer Zeit nicht kannte. So <cloppte>(Ich würde es ein wenig mit <googlen> gleichstellen, auch wenn man beim <cloppen> deutlich bessere Ergebnisse bekommt, wie ich finde) er regelmäßig Dinge wie "Hubba Bubba" oder "DSDS" oder fragte seinen guten Freund Renko, der dem Ganzena auf den Grund gehen konnte.

Cover und Titel passen perfekt zum Buch. Man sieht ein kleines Flakon mit Everlasting, genauso, wie es im Buch beschrieben wurde. Everlasting ist der Duft, den Eliana während des Buches trägt und den Finn sehr anziehend findet. Er bekommt eine True-copy des Duftes und ist hin und weg.

Fazit: Für mich leider eine Enttäuschung. Ich hatte nur Gutes von dem Buch gehört und dann ... das.
Die Spannung, falls nicht vorhanden - wie hier - sorgt bei mir dafür, dass ich dem Buch leider allein für die Spannung 1,5 Punkte abziehen muss. Hinzu kommen noch die weiteren negativen Punkte, die wieder locker 2 Punkte abziehen und die kleinen guten Dinge an diesem Buch holen wieder mit 1,5 Punkte auf. Also bekommt das Buch von mir - wegen den oben genannten Gründen, weshalb es mir nicht so gefallen hat - nur 3 Punkte. Ich erwähne aber auch hier gerne, dass ihr euch nicht von mir abhalten sollt, es zu lesen. Hier bin ich ein absoluter Ausnahmefall und würde euch eher raten, auf die Anderen zu hören, da ich zurzeit ein ziemliches Problem mit Zukunftsbüchern habe und das mit reingespielt haben könnte.

3 von 5 Hühnern

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